Bilder zu diesem Newsletter: Was auf der Baustelle schwierig wird, obwohl es auf dem Plan einfach aussah Zwei Monteure stehen vor einem Fachwerkträger, der laut Zeichnung passen müsste. Er passt nicht. Auf dem Papier trafen sich die Anschlüsse exakt da, wo sie sollten. Auf der Baustelle liegt zwischen zwei gebohrten Löchern ein Spalt von vier Millimetern. Vier Millimeter, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Jetzt beginnt eine Suche, die viele kennen, die mit Bauprojekten zu tun haben: Wer hat sich vermessen? Der Statiker, der Konstrukteur, die Werkstatt – oder lag der Fehler schon im Bestand, den niemand vorher nachgemessen hat? Solche Geschichten höre ich oft, wenn ich mit unseren Konstrukteuren und Monteuren spreche. Sie erzählen selten von großen, spektakulären Fehlern. Meistens geht es um Kleinigkeiten, die sich erst auf der Baustelle zeigen. Der Grund dafür ist simpel und wird trotzdem regelmäßig unterschätzt: Eine Zeichnung beschreibt einen Idealzustand. Sie geht davon aus, dass jedes Bauteil exakt so gefertigt wurde, wie berechnet, dass der Bestand genau den alten Plänen entspricht, dass beim Transport nichts verrutscht ist und dass das Nachbargewerk seinen Teil termingerecht und maßgenau abgeliefert hat. In der Praxis stimmt fast immer mindestens eine dieser Annahmen nicht ganz. Stahl dehnt sich bei Hitze, Beton setzt sich anders als berechnet, ein altes Gebäude wurde vor vierzig Jahren nicht so gebaut, wie es im Bestandsplan steht. Jede einzelne Abweichung liegt See more