Wenn Respekt zur olympischen Disziplin wird „Demokratie lebt nicht von Bevormundung, sondern vom Respekt vor den Bürgern.“ — Helmut Schmidt Der Helmerl, mutige Schützer der Nation, hatte noch Rückgrat, eine klare Haltung und dank seiner „Schnauze“ eine natürliche Immunität gegen jegliches Gezeter. Vor allem wusste er: Ein gutes Gemeinwesen lebt davon, dass man des Nächsten Meinung auch mal mit Langmut erträgt. Würde der gute Helmerl heute ins Luhmeländchen schauen, er müsste wohl erst das Glas der Sehhilfe putzen. Respekt und Toleranz sind allhier nämlich zur olympischen Disziplin erhoben worden. Die Schar derer, die sich darin üben, ist groß – die Erfolgsquote schier überschaubar. Die neue Richtschnur lautet: Respektiere jeden – sofern er haargenau deiner Meinung ist. Ein klassisches Exempel lieferte jüngst im Luhmeländchen der Abend des großen Zirkels. Eigentlich eine wunderbare Gelegenheit für kluge Ideen. Doch die Vielfalt funktioniert im Hohen Hause inzwischen nach einem gar einfältigen Prinzip: Es gibt eine richtige Meinung – und die der anderen. Wenn die sonnige Opposition ihre Rede anhebt, schlägt die politische Alarmanlage geschwinder an als ein Rauchmelder beim Sonntagsbraten. Noch bevor der Gedanke ganz ausgesprochen ist, wird er vorsorglich in die Schublade des „Unerwünschten“ verbannt. Die Finsteren haben ihr Feindbild flugs gefunden, die Feurigen liefern die lautstarke Begleitmusik während ihrer Standarte im Wind weht. Argumente? Ein andermal vielleicht. Erst Ver mais