DER HÜGEL DER SCHATTEN Band 1: Das Erwachen der Ur-Schwärze I. Der Wahnsinn des Industriellen (1918–1924) Die Asche des Ersten Weltkriegs war noch nicht gänzlich erkaltet, als die amerikanische High Society von einer Welle des Okkultismus erfasst wurde. In den verrauchten Salons der Elite San Franciscos sprach man nicht mehr nur über Aktienkurse und transkontinentale Eisenbahnlinien, sondern über Seancen, automatische Schrift und die Geometrie des Jenseits. Doch Stephen H. Hill war kein gewöhnlicher Salon-Okkultist, der nach billigem Nervenkitzel suchte. Er war ein Mann, den der absolute Verlust in den Wahnsinn getrieben hatte. Als skrupelloser Tycoon hatte Hill sein unermessliches Vermögen mit zivilen Stahlmonopolen, dem rücksichtslosen Ausbau der Schienennetze und logistischen Kriegstransporten angehäuft. Er war es gewohnt, dass sich die Welt seinem Willen beugte. Doch gegen den schleichenden Verfall des Fleisches war seine Macht wirkungslos. Im Winter 1919 erkrankte seine Ehefrau, Evelyn Hill, an einer unheilbaren, knochenzerfressenden Krankheit. Über drei quälende Jahre hinweg musste er mitansehen, wie ihr Körper unter unvorstellbaren Schmerzen deformiert wurde, bis sie nur noch ein atmendes Skelett in den seidenen Laken ihres Bettes war. Als sie im Frühjahr 1922 verstarb, starb auch Hills verbliebene Menschlichkeit. Ihr qualvoller Tod löste in ihm eine paranoide, fast wahnhafte Angst vor der eigenen Sterblichkeit und dem biologischen Verfall aus. Er weigerte sich zu Voir plus