Konrad kam das Loch sofort bekannt vor. Die Höhle ähnelte verblüffend ihrer vertrauten Spielhöhle gegenüber von ihrem Haus, die sie schon seit ihrer frühesten Kindheit kannten. Doch diese Höhle hier war echt. Sie war tief, kühl und gut im dichten Gebüsch versteckt. Die Jungs stellten ihre Fahrräder ab und schlichen mutig hinein. Ihre Augen gewöhnten sich schnell an das Halbdunkel. Das war kein gewöhnlicher Dachsbau. Das war die geheime Räuberhöhle! Und noch viel besser: Es war ein altes, vergessenes Versteck vom Schulzen. Der clevere Polizist hatte die Höhle früher als Spionage-Posten genutzt. Überall auf dem staubigen Boden lagen alte Hinterlassenschaften des Schulzen herum. Für Fremde sah es aus wie nutzloser Kram von früher, aber Konrad und Gustav schauten sich alles ganz genau an. In einer Ecke lag eine schwere, verrostete Eisenkette mit einem dicken Vorhängeschloss. Daneben lag ein kaputter, hölzerner Polizeistab mit einer seltsamen Kerbe. Auf einem alten Holztisch stand zudem eine leere, grüne Glasflasche mit einem festsitzenden Korken. Die Brüder berührten die Gegenstände vorsichtig. Ganz hinten in der dunkelsten Ecke der Höhle glänzte etwas im Staub. Konrad bückte sich und hob es auf. Es war ein kleines, in dunkles Leder gebundenes Buch. Die Seiten waren vergilbt. Konrad schlug die erste Seite auf. Er wollte die Zeilen lesen, aber er konnte es nicht. Die Buchstaben sahen wunderschön, aber völlig fremd aus. Sie hatten eckige, spitze Schnörkel und dicke Striche. Ver más