Vom Grau zum Gold: Die Verwandlung von Glasbrunn Es war einmal eine Stadt namens Glasbrunn. In Glasbrunn war alles sehr ordentlich und sehr sauber. Die Erwachsenen dort glaubten, dass Kinder wie kleine Maschinen funktionierten: Wenn man oben laut genug schimpfte oder fest genug zupackte, kam unten Gehorsamkeit heraus. Inmitten dieser Stadt lebte ein Junge namens Hans. Hans hatte eine Gabe, von der niemand wusste: Er konnte die Worte und Taten der Menschen als Farben sehen. Wenn Hans Lehrer einen Schüler am Arm zerrte, sah Hans keine einfache Bewegung. Er sah einen hässlichen, blitzenden schwarzen Riss in der Luft. Wenn ein Vater sein Kind auf der Straße anschrie, bis dessen Knie zitterten, sah er giftgrünen Nebel, der dem Kind die Sicht raubte. „Das gehört sich so“, sagten die Erwachsenen. „Ein bisschen Härte hat noch niemandem geschadet.“ Doch Hans sah, dass das nicht stimmte. Jedes Mal, wenn ein Kind geschlagen, geschubst oder mit Worten runter gemacht wurde, verblassten seine eigenen Farben. Die Kinder in Glasbrunn wurden grau. Sie lachten nicht mehr aus dem Bauch heraus, sondern nur noch aus dem Mund. Eines Tages entdeckte er hinter einer hohen Mauer am Rande der Stadt einen Garten, der in keinem Plan verzeichnet war. Dort traf er einen alten Gärtner namens Elian. Er goss keine Blumen, sondern hütete leuchtende Glaskugeln. „Was ist das?“, fragte Hans staunend. „Das sind die Rechte der Kinder“, sagte Elian traurig. „Aber diese hier wird immer trüber.“ Er deutete auf eine Mehr sehen