10 Illustrationen für folgendes Kinderbuch: Timmy und der Zirkus der leisen Helden Timmy war ein Pirat. Zumindest sagten das Mama und Papa. Timmy fand das große, hautfarbene Pflaster auf seinem Brillenglas überhaupt nicht cool. Keiner zitterte vor ihm. Er enterte keine Boote und fand keine Goldschätze. Im Gegenteil: In der Pause stand er meist allein an der Wand und versuchte, sich unsichtbar zu machen. „Deine Hornhaut dreht nur ein krummes Ding“, witzelte Papa immer beim Abendbrot. „Wenn du operiert worden bist, brauchst du die Brille und das Pflaster nicht mehr.“ „Na toll“, dachte Timmy und stocherte in seinen Nudeln. „Trotzdem habe ich keinen einzigen Freund.“ Als Mama ihn an diesem Abend ins Bett brachte, brach es aus ihm heraus. „Keiner will mit mir spielen. Die nennen mich Kapitän Einauge.“ Er fing an zu weinen. Mama nahm ihn fest in den Arm. Sie sagte nichts, strich ihm nur lange über den Kopf. Am nächsten Tag kam Timmy mit hängenden Schultern nach Hause. Wieder hatte er in der Mensa allein gesessen. Mürrisch warf er seinen Schulranzen in die Ecke. „Ich bin da.“ „Komm mal in die Küche!“, rief Mama, und ihre Stimme klang seltsam aufgeregt. „Hier wartet jemand.“ Neugierig schlurfte Timmy in die Küche. Doch er kam nicht weit. Ein kleiner Tornado auf vier Pfoten schoss auf ihn zu. Ein geflecktes Fellknäuel sprang an ihm hoch, und eine raue, nasse Zunge schlabberte ihm einmal quer über das Gesicht. Timmy erschrak und wich zurück. „Was ist das denn?“ „Das ist Tommy“, sagte Mehr sehen