123 Abpass Ein sehr beliebtes Spiel war auch das Abpassen, meist „123 Abpass“ genannt. Es war eine Mischung aus Verstecken, Laufen und dem richtigen Moment zum Vorspringen. Zu Beginn wurde ein Platz ausgesucht, der als Abschlagstelle diente – oft ein Baum, eine Mauer oder eine Tür. Ein Kind musste „einschauen“. Es stellte sich mit dem Gesicht zur Wand oder zum Baum und zählte laut, während die anderen Kinder davonliefen und sich ein Versteck suchten. Das Versteck durfte nicht zu leicht zu finden sein, aber auch nicht zu weit von der Abschlagstelle entfernt. Wenn alle versteckt waren, rief das Kind: „Ich schaue!“ Dann drehte es sich um und begann zu suchen. Dabei musste es gut aufpassen, denn die versteckten Kinder versuchten, im richtigen Moment aus ihrem Versteck zu laufen und zur Abschlagstelle zu gelangen. Entdeckte der Sucher ein Kind, rief er dessen Namen und lief zur Abschlagstelle, um „Eins, zwei, drei – Abpass!“ zu rufen. Schaffte es jedoch ein verstecktes Kind, unbemerkt zur Abschlagstelle zu kommen, konnte es dort ebenfalls „123 Abpass!“ rufen und war damit frei. Das Spiel war spannend und oft sehr laut. Es wurde gerannt, gelacht und manchmal auch gestritten, wenn jemand zu früh gesehen worden war. Gespielt wurde meist in Höfen, auf Wiesen oder zwischen Häusern. Für viele Kinder gehörte „123 Abpass“ zu den aufregendsten Spielen ihrer Kindheit. Mehr sehen