Einleitung der Herausgeberin Die folgenden Kapitel sind das Ergebnis einer bemerkenswerten philologischen und ethnografischen Detektivarbeit. Sie basieren auf dem fragmentarischen Logbuch und den losen Blättern, die man in einer wasserdichten Kiste fand, welche vor der Küste der Nebelinseln angespült wurde. Die Kiste gehörte Estella Farfal, einer Piratin von zweifelhaftem Ruf, die ihre letzte Reise nie antrat. Ihre Aufzeichnungen, eine Mischung aus nüchternem Bericht, poetischer Verklärung und nautischem Fachjargon, sind die einzige uns bekannte Quelle über die Frammen. Es handelt sich um ein semi-aquatisches Volk, das in den unergründlichen Tiefen eines Archipels lebt, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Farfals Schilderungen sind geprägt von der anfänglichen Arroganz einer Gestrandeten, die eine fremde Kultur für ihren eigenen Vorteil auszunutzen sucht, und einer späteren, tiefen Zuneigung, die sie selbst nie ganz verstand. Was folgt, ist ein Versuch, ihr Erbe zu ordnen. Die Ankunft im Schoß der Stille Es war der Gestank von faulendem Rum und der Klang von splitterndem Holz, der mich in jener Nacht weckte. Die Meuterei war schnell und blutig gewesen. Ich, Estella Farfal, Kapitänin der "Möwenkralle", war von meinen eigenen Leuten über Bord geworfen worden, ein verräterischer Dolch in der Schulter und eine Kugel im Mast als letzter Gruß. Als ich aus der Bewusstlosigkeit erwachte, lag ich nicht, wie erwartet, auf dem Grund des Ozeans, sondern auf einer weichen, fast Mehr sehen